Montag, 2. September 2013

7-Tage-Rohkost-Einstiegsprogramm: Tag 7






















Wie sagen wir doch alle ständig: Wie die Zeit vergeht! Meine Rohkost-Woche jedenfalls ist schon wieder um. Der Schweinehund hüpft schon ganz aufgeregt vor dem Kühlschrank hin und her und freut sich, dass er morgen wieder seinen Sojajoghurt bekommt. Sei's ihm gegönnt. Schließlich hat er tapfer durchgehalten.

Ich für meinen Teil freue mich auch auf morgen. Auf den Espresso nach dem Mittagessen. Auf irgendwas aus der Pfanne am Abend. Ein bisschen schade finde ich das, denn ich hatte mir gewünscht, dass mich das Rohkostexperiment mehr mitreißt. Ich habe mich gut gefühlt, keine Frage, aber ich habe mich nicht besser gefühlt als vorher, und das hatte ich mir erhofft. Vielleicht habe ich es aber einfach auch nur nicht bemerkt; vielleicht fällt mir jetzt, wo ich wieder Gekochtes zu mir nehmen werde, auf, wie viel besser es mir mit Rohkost ging. Da heißt es abwarten.

An Positivem nehme ich mit, dass ich wieder viele neue Rezepte und Zutaten kennen gelernt habe, obwohl ich mit den sogenannten Superfoods eher zurückhaltend war (vor allem, weil ich es einfach verbaselt habe, rechtzeitig Gojibeeren & Co. zu bestellen). Einen Riesen-Obstsalat zum Frühstück werde ich wohl demnächst häufiger essen - komisch eigentlich dass ich das nicht längst schon mache. Ich kann Lebensmittel pur noch viel mehr genießen - eine perfekt reife Avocado ist einfach der Himmel. Und ich habe gemerkt, dass es ein Leichtes ist, auf Brot, Nudeln und sonstige "Sättigungsbeilagen" zu verzichten - auch das werde ich wohl versuchen beizubehalten.

Welche Beziehung die Rohkost und ich in Zukunft haben werden wird sich zeigen. Zumindest haben wir gemerkt, dass wir ganz gut miteinander auskommen, auch wenn die große Liebe sich noch nicht angekündigt hat. Aber wir werden einfach weiter ein wenig Zeit miteinander verbringen und sehen, was draus wird. Und zumindest hatten wir schöne sieben Tage.

Sonntag, 1. September 2013

7-Tage-Rohkost-Einstiegsprogramm: Tag 2 bis 6






























"WAAAAAAS?" ruft mein innerer Schweinehund und schnappt übertrieben und dramatisch nach Luft. "Heute essen wir GAR NICHTS? Das hast du mir verschwiegen! Hätte ich das gewusst, hätte ich nie eingewilligt, nie!" Ich habe diesmal keine Lust ihm gut zuzureden. Ich wünsche mir nämlich auch gerade ich könnte meinen Fastentag jetzt sofort brechen. Mir einen Riesentopf Spaghetti kochen. Und eine Tüte Kartoffelchips herunterschlingen. Aber auch das gehört eben zum Programm: Mit seinen Gelüsten klarzukommen.

Die letzten Tage waren voller Entdeckungen. Ich habe gelernt, dass man ein Gemüse-Curry nicht kochen muss, damit es lecker ist, und festgestellt, dass Blumenkohlreis und roher Knoblauch wohl nicht so mein Ding sind. Ich habe eingesehen, dass ich definitiv zu viele Mungobohnen und Alfalfasamen in mein Keimgerät gefüllt habe, so dass sie viel zu wenig Platz hatten und leider angefangen haben zu schimmeln. Und ich habe gemerkt, dass ich die einfachsten Dinge am besten finde: Die Avocado zum Abend. Der Obstsalat mit Cashews und getrockneten Aprikosen zum Frühstück. Eine Handvoll Walnüsse als Snack. Ständig den Mixer oder die Küchenmaschine anzuwerfen nervt mich fast ein bisschen. Komisch, wo es doch sonst völlig normal ist, jeden Abend Pfanne und Topf auf dem Herd zu haben.

Ich bin auf jeden Fall sehr neugierig darauf, wie ich den ersten Tag nach der Rohkost-Phase verbringen werde. Ich hoffe dass ich es schaffe nicht gleich alles in mich hineinzustopfen, was ich derzeit vermisse: Matcha-Hafermilch, Espresso, Kartoffelchips, Linsen, Quinoa, Pfannengebratenes. Die Lust darauf ist gerade ziemlich groß, denn mein Magen knurrt jetzt doch langsam fordernd, hat er doch seit 20 Stunden nur Säfte bekommen. Mein Schweinehund und ich freuen uns riesig auf den Obstsalat zum Frühstück morgen.

Mittwoch, 28. August 2013

7-Tage-Rohkost-Einstiegsprogramm: Tag 1 und 2






















Ich habe die Diskussion mit dem Schweinehund gewonnen. Seit gestern gibt es Rohkost, zum Beispiel in Form von Zucchini-Spaghetti mit Pesto, wie ihr oben sehen könnt. Das liebe Tier murrt zwar die ganze Zeit ("Ich hab Hunger! Jetzt konnten wir den tollen veganen Kuchen vom Kollegen nicht essen! So ein Espresso wär jetzt toll..."), aber ich quittiere das mit einem Lächeln. Und die Spaghetti fand er auch ganz gut.

Den Tag mit einem grünen Smoothie zu beginnen fühlt sich zumindest schon mal ganz gut an. Zumindest kann ich mir vorstellen dass das gesünder ist als die Tasse Kaffee (obwohl mir meine Matcha-Hafermilch schon ein wenig fehlt). Und Obstsalat mit Nüssen zum Frühstück ist auch gut machbar und hält eine Weile vor. Mein Lieblingssnack für Zwischendurch sind Bananen und Studentenfutter - auch schon vor der Rohkostzeit. Meine Kollegen haben die Mitteilung über mein weiteres Ernährungsexperiment mit Gleichmut aufgenommen - ist ja schließlich nicht mein Erstes. Mittags war bisher in der Kantine der große Salat das Mittel der Wahl, Aufwändigeres gibt es dann Abends.

Meine Highlights sind bisher rohe Schokolade, Hanfsamen (super im Salat), den Sprossen im Keimgerät beim Wachsen zuzusehen, und das Tomatenpesto oben auf dem Bild. Und über die kleinen Gelüste des Schweinehundes konntet ihr ja oben schon lesen.

Mich überrascht dass ich mich nicht übermäßig hungrig fühle - bis auf tatsächlich aus dem Nichts auftauchende Gelüste nach Frittiertem, Kaffee und Nudeln. Und zugegeben freue ich mich auch ein wenig auf diese Dinge... aber das kann warten bis nächste Woche.

Montag, 26. August 2013

7 Tage Rohkost-Einstiegsprogramm... will ich das wirklich?

"Du immer mit deinen Ernährungsexperimenten!" schimpft mein innerer Schweinehund und zieht eine Schnute, so dass er noch hässlicher aussieht als sonst eh schon. "Ich weiß genau wo das wieder enden wird. Du wirst dich den ganzen Tag nur noch mit Essen beschäftigen! Nicht dass ich etwas dagegen hätte, ginge es nur um den Akt der Nahrungsaufnahme, aber du wirst wieder stundenlang Kochbücher wälzen, Blogs studieren, einkaufen... das ist SO öde! Und wofür? Dafür dass wir demnächst nur noch Karotten und Salat knabbern. Falls du es vergessen hast: Ich bin ein Hund! Oder zumindest ein Schwein! Aber doch kein Kaninchen!"
Ich seufze, strecke die Hand aus und will ihn beruhigend hinter dem Ohr kraulen, aber er dreht sich flugs um, so dass ich nur noch sein Hinterteil sehe. "Jetzt krieg dich mal wieder ein", sage ich beschwichtigend. "Erstens werden wir nicht nur noch Salat essen. Dieses dumme Vorurteil müsste eigentlich unter deiner Würde sein. Im Buch "Rohvolution" sind so viele tolle Rezepte drin, hab ich dir doch gezeigt. Zweitens hab ich mich schon ganz gut informiert und bereite eh alles selbst zu, da du ja zu faul bist, so dass du nur noch essen musst, und drittens verspreche ich mir davon so einiges. Schönheit, Ausgeglichenheit, Gesundheit, Fitness. Und einen fantastischen Schlaf. Das tust du doch so gern: Schlafen! Und ein wenig glattere Haut könnte dir auch gut stehen." Ich beuge mich etwas weiter vor und schaffe es doch noch, die runzelige Haut über seinen Augen zu streicheln. Mein innerer Schweinehund knurrt leise, schnaubt eingeschnappt und verzieht sich in seine Hütte, demonstrativ nicht zu mir herüberschauend.
Ich seufze noch einmal, eher belustigt als verärgert. Der wird sich auch noch mit meinem 7-Tage-Rohkost-Experiment anfreunden. Schließlich bleibt ihm auch nichts anderes übrig.

Und morgen geht es los. Am heutigen Tag habe ich noch einmal alles zu mir genommen, was ab morgen wegfällt: Kaffee, Zucker, Alkohol, Veggie-Würstchen. Warum mache ich mir eigentlich so ins Hemd? Es sind doch nur sieben Tage! Als müsste ich mich ab morgen bis in alle Ewigkeit rohköstlich ernähren! Und zum Glück ist das Buch "Rohvolution" von Chantal-Fleur Sandjon herrlich undogmatisch. Gekochtes ist in nicht allzu großen Mengen auch jederzeit erlaubt. So kann jeder in seinem eigenen Tempo die Rohkost entdecken.

Ich bin auf jeden Fall gespannt und werde euch berichten. Hier auf diesem Blog, der dadurch auch endlich mal zu etwas Leben erwacht. Und vielleicht macht der ein oder andere mit?

Sonntag, 4. August 2013

Ab heute vegan - das neue Buch der Deutschland is(s)t vegan-Redaktion

Ich will mich gar nicht rausreden - dass es um meinen Blog so still geworden ist, liegt nicht daran, dass ich so unglaublich beschäftigt wäre. Untätig war ich in der Zwischenzeit aber auch nicht, und das Ergebnis ist seit etwa Ende Juli kein Geheimnis mehr: Die Redaktion von Deutschland is(s)t vegan, zu der ich ja auch gehöre, hat ein Buch geschrieben!

Es heißt "Ab heute vegan" und ist - nein, kein Kochbuch - sondern ein Praxisleitfaden für alle, die sich künftig vegan ernähren wollen. Kompakt, aber so ausführlich wie möglich bietet es euch alle nötigen Infos zu den Themen Ernährung, Einkaufen, Kochen und Backen, Kleidung und Kosmetik sowie Umgang mit Familie und Freunden. Aber auch für diejenigen, die sich bereits vegan ernähren, lohnt sich der Blick ins Buch - Interviews, tolle Infografiken und persönliche Texte runden das Ganze ab. Und auch als alteingesessener Veganer ist es doch schön, die eigene Einstellung hin und wieder schwarz auf weiß bestätigt zu bekommen.

Das perfekte Buch also zum Verschenken, zum Informieren, zum Schmökern, für die vegane Buchsammlung.

Besonders freue ich mich natürlich darüber, dass ihr einige der "Vegan ABCs", die es bisher nur online auf Deutschland is(s) vegan zu lesen gab, im Buch abgedruckt findet. Ein schönes Gefühl!

Eine Leseprobe bekommt ihr hier.

Bestellen könnt ihr das Buch u.a. bei folgenden Online-Händlern:
Ventil-Verlag, Ox-Verlag, Alles-vegetarisch.de, PETA-Shop, Amazon, buch.de, Fairtrade Merch

Und wer ein Exemplar gewinnen möchte, sollte schnell bei Deutschland is(s) vegan reinschauen, und zwar hier!

Falls ihr das Buch bereits besitzt oder euch später zulegt - ich freue mich über euer Feedback!

Freitag, 21. September 2012

Tagliatelle mit Kürbis-Kokos-Soße

Visionvegan lebt wieder!

Nach langer Abstinenz schreibe ich heute wieder einen Blogeintrag. Es fühlt sich ein bisschen komisch an, so als wisse ich gar nicht mehr wie das geht - aber das wird sich legen.

Auftakt bildet ein furchbar leckeres Pasta-Gericht, das ich neulich bei lieben Freunden gegessen habe. Wenn ich irgendwo zu Besuch bin, wird immer fantastisch (für mich) gekocht, egal, ob nun von Veganern, Fast-Veganern oder Nicht-Veganern. Und fast immer lerne ich etwas Neues. Zum Beispiel, dass man Kürbis nicht nur für Suppe verwenden, sondern in Würfeln auch ganz toll in der Pfanne braten kann. Eigentlich klar - mir bisher nicht.






















Sonntag, 18. März 2012

Miso-Suppe mit Wakame-Algen

Miso-Suppe ist ein traditionelles japanisches Gericht und wird dort oft zum Frühstück gegessen. Ich, die wie ihr sicher auch, mit der deutschen Brötchen-Müsli-Kaffee-Frühstückskultur aufgewachsen ist, kann mir ein warmes und salziges Gericht zur morgentlichen Stunde nur schwer vorstellen. Aber wer weiß - wenn ich das nächste Mal eine Miso-Suppe zubereite, hebe ich mir ein bisschen für den nächsten Morgen auf und warte ab was passiert. Vielleicht wird sie ja mein neues Lieblings-Frühstück.